SPZ Psychologie


FACHBEREICH PSYCHOLOGIE

FRAU MONIKA CHRISTL M. SC.

MONIKA CHRISTL M. SC.
Berufsgruppenleitung

Herr Albert Berisha

ALBERT BERISCHA

Frau Karin Källman

KARIN KÄLLMANN

Frau Christina Milova

CHRISTINA MILOVA



FRAU MONIKA CHRISTL M. SC.

SILKE NIEGEL-WAPLER

Herr Andreas Reis

ANDREAS REIS

Sarah Steindorf

SARAH STEINDORF

Frau Sybille Steinhuber

SYBILLE STEINHUBER



FRAU ULRIKE STEMPL

ULRIKE STEMPL

ADRESSE
Vinzenz-von-Paul-Str. 14,
84503 Altötting

0 86 71 / 509 – 900
0 86 71 / 509 – 999
mail@kinderzentrum.de


Liebe Eltern, liebe Kinder, liebe Jugendliche, liebe Kollegen, liebe Interessierte,

wir – der Fachbereich Psychologie – freuen uns, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben und heißen Sie herzlich Willkommen. Auf diesem Wege wollen wir uns und unsere Aufgabenfelder gerne vorstellen.

Die Psychologen bei uns im ZKJ sind hauptsächlich für die Diagnostik, sowie auch für die Durchführung von Einzel- und Gruppentherapien zuständig.

Viele von euch denken sich wahrscheinlich zu Beginn „Zum Psychologen? – Ich bin doch nicht verrückt!“ – Auch wenn diese Äußerung mittlerweile nur noch sehr selten zu hören ist, ist die meist dahinterliegende Frage durchaus berechtigt: „Was ist eigentlich Psychologie?“

Die Psychologie als Wissenschaft beschäftigt sich ganz allgemein mit dem Erleben und Verhalten der Menschen. Im SPZ versuchen Psychologen zu verstehen und zu erklären, warum ein Kind /Jugendlicher sich in einer bestimmten Situation so verhält, wie es/er sich verhält. Kaum gibt es für ein Verhalten die eine Erklärung, meist spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Neben den persönlichen Voraussetzungen eines Kindes oder Jugendlichen spielen Umgebung und Lebensumstände eine wichtige Rolle. Dies versuchen wir anhand ausführlicher Gespräche und den Einsatz verschiedener Testverfahren zu erheben, um schlussendlich passende Unterstützungsmöglichkeiten empfehlen zu können. Daher ist uns besonders wichtig unsere Arbeitsweise transparenter zu machen.

Nach der ausführlichen Diagnostik, wird im Team entschieden, welche Unterstützungsmöglichkeiten für das Kind / den Jugendlichen zur Verfügung stehen sowie gemeinsam mit den Eltern versucht eine Lösung für die Symptomatik zu finden.

Im Nachfolgenden werden Sie unser Team, sowie die Aufgabenfelder detaillierter erklärt vorfinden. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit und gerne zur Verfügung.

 

PSYCHOLOGISCHE DIAGNOSTIK

Die psychologische Diagnostik stellt eine wichtige Grundlage bei uns im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin – Inn-Salzach-Rott dar. Die meisten Familien, wollen nicht nur eine Erklärung der Schwierigkeiten, die sie zur Vorstellung veranlasst haben, sondern konkrete Hilfe bei der Lösung ihrer Probleme. Damit wird der Sinn der oft umfangreichen diagnostischen Untersuchungen deutlich: Nur eine möglichst genaue Kenntnis der Bedingungen, innerhalb derer ein Problem besteht, erlaubt einen fundierten und damit hilfreichen Vorschlag zur Lösung.

Meistens finden mehrere Termine bei einem Arzt, Psychologen oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten statt, um die aktuelle Situation der Familie bzw. des Patienten zu erfassen. Durch standardisierte Tests wird versucht, zu einer möglichst objektiven Einschätzung zu kommen. Da der Mensch jedoch ein außerordentlich komplexes Wesen ist, darf es nicht erstaunen, wenn die psychologische Diagnostik keine absolute Wahrheit, sondern nur eine Annäherung an sie bieten kann. Jedes Ergebnis der beschriebenen Tests muss interpretiert werden, jede Information muss mit den anderen Informationen in Beziehung gesetzt werden, um letztlich die gestellten Fragen beantworten zu können. Psychologische Diagnostik bringt also nicht die Wahrheit ans Licht, sie gibt Eltern und Erziehungsberechtigten Empfehlungen an die Hand, damit diese selbst entscheiden können, was weiter passiert.

Ziel der Diagnostik ist es, Informationen zusammenzutragen, diese objektiv zu betrachten, um die Problemstellung genauer beschreiben zu können. Danach werden mögliche unterstützende Maßnahmen im multidisziplinären Team abgewogen, woraus eine Förder- oder Therapieempfehlung abgeleitet werden kann. Diese Möglichkeiten werden dann mit der Familie thematisiert.

 

Ablauf

Der Diagnostikprozess besteht aus mehreren Schritten, um ein Gesamtbild der Situation des Kindes / des Jugendlichen zu erstellen. Der erste Schritt wird durch das Erstgespräch (Anamnese) abgedeckt. Danach wird eine Entwicklungs- und Intelligenzdiagnostik durchgeführt, um den aktuellen Entwicklungsstand, wie auch die Leistungsfähigkeit des Kindes/ Jugendlichen zu erfassen. In möglichen weiteren Schritten werden Testverfahren, speziell auf das Problem abgestimmt, eingesetzt. Am Ende werden die Ergebnisse und mögliche Therapievorschläge mit der Familie besprochen und gegebenenfalls eingeleitet.

 

Anamnese

Zu Beginn der psychologischen Diagnostik wird ein ausführliches Erstgespräch geführt. Hierbei ist es wichtig den Anlass der Vorstellung zu klären. In vielen Fällen werden Probleme beschrieben, die aus eigener Kraft nicht gelöst werden konnten. Wie sehen diese Probleme aus, seit wann werden sie beobachtet, wann treten sie auf? Es wird die Sicht der Eltern, wie auch der Kinder und Jugendlichen erfasst. Danach stellt sich die Frage, nach dem Ziel – Was ist das Ziel? Was soll sich verändern? Wer wünscht sich welche Veränderung(en)?

Im weiteren Verlauf des Erstgespräches werden der Entwicklungsverlauf, die familiäre und die schulische Situation, wie auch die Ressourcen (Stärken) erhoben. Diese Punkte sind wichtig, um ein Gesamtbild erstellen und passende Maßnahmen empfehlen zu können.

Nachfolgend die häufigsten Bereiche der Diagnostik:

  • Entwicklungsdiagnostik
  • Intelligenzdiagnostik
  • Lese- und Rechtschreibdiagnostik
  • AD(H)S-Diagnostik
  • Untersuchung der visuellen und auditiven Wahrnehmungsfähigkeit
  • Persönlichkeitsdiagnostik, Einschätzung der emotionalen Befindlichkeit
  • Projektive Diagnostik

 

 

Entwicklungsdiagnostik

Zur genaueren Einschätzung des Entwicklungsstandes und der Fähigkeiten eines Kindes werden standardisierte Testverfahren genutzt. Standardisiert meint hier, dass die entsprechenden Testaufgaben immer in einer bestimmten Art und Weise vorgegeben werden, um die Vergleichbarkeit mit anderen Kindern gleichen Alters zu gewährleisten. Die damit erzielten Ergebnisse eines Kindes werden mit so genannten Normwerten verglichen, d. h. mit einem Vergleichswert, der dem Durchschnittswert einer bestimmten Anzahl von Kindern in einem bestimmten Alter entspricht. Damit kann eine Aussage darüber gemacht werden, wo die Fähigkeiten eines Kindes in einem bestimmten Bereich im Vergleich zu Gleichaltrigen liegen.

Das Angebot an verschiedenen Testverfahren ist vielfältig. Die Aufgabe des Diagnostikers besteht darin, auf den jeweiligen Fall abgestimmt zu entscheiden, welche Verfahren aus den verschiedenen Bereichen zur Klärung der jeweiligen Problemstellung angemessen sind.

 

Intelligenzdiagnostik

Im Rahmen des diagnostischen Prozesses wird mit den meisten Kindern oder Jugendlichen zunächst ein Intelligenztest durchgeführt, um den Intelligenzquotienten (kurz IQ) zu bestimmen. Intelligenz ist im Allgemeinen als die Fähigkeit des Menschen zu beschreiben, sich sinnvoll mit seiner Umwelt auseinandersetzen und sich auf neue Probleme einstellen zu können. Der Intelligenztest ermöglicht also eine Orientierung über das Leistungsprofil des Kindes oder Jugendlichen. Sind die Daten erhoben, ist der nächste Schritt ein Vergleich des individuellen Testwertes mit der so genannten Normstichprobe. Hierzu werden die Testergebnisse von mehreren hundert Kindern als Vergleichsdaten herangezogen.

Welche Aussagen lassen sich anhand des IQs treffen?
Intelligenztests wurden ursprünglich entwickelt, um über ein möglichst objektives Verfahren zur Auslese von wenig begabten Schülern zu verfügen. Die Wurzeln des Intelligenztests reichen somit bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück, in dem im Zuge der Ausdehnung des Schulunterrichts erstmalig die Forderung nach der Begabung angemessenen, unterschiedlichen Schulformen laut wurde. Zur Klärung dieser Frage wurde der so genannte Stufentest von Binet entwickelt, der die intellektuellen Fähigkeiten eines Kindes erhob und sie zu den durchschnittlichen Fähigkeiten anderer Kinder des gleichen Alters in Bezug setzte. So konnte eine Aussage über die Eignung eines Kindes für eine bestimmte Schulform getroffen werden. Auch heute noch wird zur Einschätzung einer vorzeitigen Einschulung oder Rückstellung der Intelligenztest herangezogen. Der IQ darf jedoch nie als alleiniges Entscheidungskriterium herangezogen werden, sondern muss neben anderen wichtigen Aspekten betrachtet werden.

Der Intelligenzquotient ist relativ stabil, kann sich aber durch Förderung oder bei bestimmten Krankheitsbildern verändern. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll. Außerdem muss beachtet werden, dass mittels eines Intelligenztests nie eine punktgenaue Aussage über den IQ getroffen werden kann. Dies liegt daran, dass die Testung durch Faktoren wie die räumliche Situation oder die „Tagesform“ des untersuchten Kindes oder Jugendlichen beeinflusst werden kann. Dennoch ist es dem erfahrenen Diagnostiker möglich, die intellektuellen Fähigkeiten relativ sicher einzuschätzen.

 

Lese- und Rechtschreibdiagnostik

Die Lese- und Rechtschreibdiagnostik wird eingesetzt, um die Fähigkeiten im Lesen und Schreiben, wie auch im Leseverständnis zu erheben.

In der Diagnostiksitzung muss also zunächst das Intelligenzniveau des Kindes erhoben werden, um zu klären, ob das Kind von der schulischen Gesamtsituation überfordert ist. Bei einem Rechtschreibtest werden einzelne Wörter und kleine Sätze nach Diktat geschrieben. Bei einem Lesetest liest das Kind einzelne Wörter und kurze Geschichten laut vor. Zusätzlich wird Hinweisen auf mögliche Ursachen der Lese-Rechtschreibschwierigkeiten nachgegangen, wie zum Beispiel Defiziten in der räumlichen Wahrnehmung, auditiven Problemen und einer verzögerten Sprachentwicklung. Hierzu kommen Tests zum Einsatz, in denen beispielsweise komplexe räumliche Figuren nachgezeichnet oder wiedererkannt werden müssen, Tests, in denen die Hörfähigkeit hinsichtlich Lautunterscheidung geprüft wird, oder Tests, die den derzeitigen Stand der Sprachentwicklung genauer betrachten.

 

AD(H)S-Diagnostik

Eine AD(H)S Diagnostik wird durchgeführt, wenn die Eltern von Kindern berichten die sehr aktiv, impulsiv, hyperaktiv oder verträumt sind. Oft können diesen Verhaltensauffälligkeiten andere Probleme zu Grunde liegen, z. B. wenn sich die Eltern getrennt haben oder ein Geschwisterchen geboren wurde. Um die Folgen einer solchen psychosozialen Belastung von einer definierten Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) unterscheiden zu können, kann man in der Diagnostik verschiedene Verfahren anwenden. Es gibt Tests, die die Konzentration sowohl über einen langen als auch über einen kurzen Zeitraum untersuchen. Dabei muss sich ein Kind zum Beispiel über 20 Minuten auf einen monotonen Reiz konzentrieren. Auch über Fragebögen und Gespräche mit den Eltern fällt eine Unterscheidung meist leichter, da die betroffenen Kinder oft schon als Säugling oder Kleinkind auffällig waren. Wesentlicher Faktor ist das situationsübergreifende Auftreten der Problematik. Dazu werden Verhaltenseinschätzungen von Lehrern und Erziehern eingeholt.

Wichtig ist auch die Verhaltensbeobachtung durch den Diagnostiker. Es wird darauf geachtet, ob sich das Kind konzentrieren kann, häufig abdriftet oder sich ablenkt. Wenn all diese Punkte am Ende zusammenfassend betrachtet werden, kann beurteilt werden, ob in diesem Fall wirklich AD(H)S vorliegt.

 

Untersuchung der visuellen und auditiven Wahrnehmungsfähigkeit

Viele Schulprobleme lassen sich auf eine eingeschränkte Fähigkeit im Bereich der visuellen oder auditiven Wahrnehmung zurückführen. Mittels verschiedener Verfahren wird zum Beispiel die Auge-Hand-Koordination (die Koordination motorischer Handlungsabläufe und visueller Wahrnehmungsleistung) oder das Erfassen räumlicher Beziehungen untersucht. Zur Abklärung der auditiven Wahrnehmung kann eine umfassende Hördiagnostik durchgeführt werden.

 

Persönlichkeitsdiagnostik, Einschätzung der emotionalen Befindlichkeit

Neben den Fähigkeiten eines Kindes oder Jugendlichen geht es in der psychologischen Diagnostik auch um die Frage der emotionalen Befindlichkeit. Wie geht es dem Kind? Warum zieht er sich so zurück? Warum ist sie so aggressiv? Solche Fragen zielen auf Bereiche des Erlebens ab, über die oft nicht leicht gesprochen werden kann. Aufgabe des Psychologen ist es dann, die Situation des Kindes zu verstehen, um mit dem Kind und seiner Familie eine Lösung zu finden.

Wiederum sind es das persönliche Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen, den Eltern und die Beobachtung des Verhaltens in der Gesprächssituation, die wichtige Informationen zur Einschätzung einer Problemstellung geben. Testverfahren können diese Informationen ergänzen. Persönlichkeitsfragebögen geben Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich selbst einzuschätzen und zu beschreiben. Auch außerhalb eines persönlichen Gesprächs können so Informationen gewonnen werden, die zum besseren Verständnis beitragen.

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Fragebögen, die zur Erfassung spezifischer Problembereiche entwickelt wurden, z. B. Fragebögen zu Depression, Ängstlichkeit, zum Essverhalten, etc.

Unterschieden werden hier Selbst- und Fremdbeurteilung. Diese möglichst differenzierte Betrachtung eines komplexen Geschehens bietet verschiedene Perspektiven auf die Problematik an, was für die Entwicklung eines Gesamtbildes von großer Bedeutung ist.

 

Projektive Diagnostik

Oft fällt es Kindern und Jugendlichen schwer, belastende Erfahrungen oder Probleme direkt anzusprechen. Durch Zeichnungen, im Spiel mit Puppen oder Spielmaterial und beim Erfinden von Geschichten fällt es leichter, ihre Befindlichkeit, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Für diesen Bereich sind Methoden entwickelt worden, die dem Kind helfen können, sein inneres Erleben darzustellen; man nennt sie projektive Verfahren. Somit kann das Kind seine eigenen Erfahrungen, Gedanken, Gefühle in eine Geschichte, eine Zeichnung oder Spielszene einbringen und damit spielerisch das eigene Erleben ausdrücken.

 

 

PSYCHOTHERAPIE IM ZKJ

 

Was ist Psychotherapie?

„Psychotherapie“ bedeutet übersetzt so viel wie „Behandlung der Seele“. In einer Psychotherapie behandeln dafür ausgebildete Ärzte, Psychologen oder zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ausgebildete Mitarbeiter, Menschen mit einer psychischen Symptomatik. Bei Erwachsenen erfolgt dies meist in Gesprächen – bei Kindern und Jugendlichen wird dies durch verschiedene Übungen und therapeutische Spiele unterstützt. Die Methoden, die dabei eingesetzt werden, sind wissenschaftlich geprüft und effektiv. Psychotherapie ist geplant und zielorientiert. Den Patienten wird dabei geholfen, ihre konkreten Schwierigkeiten und Probleme zu bearbeiten, besser mit ihren Lebensumständen umzugehen und den Blick auf Stärken und Ressourcen zu legen. Dabei spielt die Beziehung zum Therapeuten eine bedeutende Rolle. Auch das Entwerfen eines sogenannten Krankheitsmodells – also warum habe ich momentan diese Probleme – ist essentiell, um effektiv an deren Lösung zu arbeiten. In der Psychotherapie stehen das Denken, die Gefühle, das Verhalten, aber auch die körperlichen Reaktionen des Patienten darauf im Mittelpunkt.

 

Was ist eine psychische Erkrankung?

Eine psychische Störung liegt dann vor, wenn sich eine Person in ihrem alltäglichen Leben durch ihre Gedanken, ihre Gefühle, aber auch ihr Verhalten beeinträchtigt fühlt und dies nicht dem Durchschnitt der Bevölkerung entspricht. Wenn sich also ein Junge deutlich trauriger fühlt als seine Mitschüler oder ein Mädchen in der Schule immer wieder Probleme hat, weil es sich verhältnismäßig schlechter konzentrieren kann als die anderen Kinder und dadurch den Unterricht stark stört, wenn also das Kind, aber auch sein Umfeld darunter leidet und etwas verändern will, ist Psychotherapie das geeignete Verfahren, um effektiv dieser Person zu helfen.

In unserem Hause werden von den Psychologen Einzel- und Gruppentherapien sowie Bio- und Neurofeedback angeboten.

 

Einzelpsychotherapie

Zu Beginn einer Psychotherapie stehen das genaue Festlegen der Therapieziele und das Abfragen der Erwartungen der Eltern und des Kindes an die Therapie. Aufgrund der bereits erfolgten Diagnostik und der vorangegangenen Besprechung der Ergebnisse, bestehen hier bereits Orientierungspunkte, die noch vertieft werden müssen. Dabei ist es wichtig, bereits hier zu vermitteln, dass eine aktive Mitarbeit essentiell ist und nur mit einem Therapieauftrag von Seiten des Patienten eine sinnvolle Arbeit überhaupt erst möglich ist. Die Eltern werden über organisatorische Aspekte aufgeklärt und es wird betont, dass sie in circa jeder vierten Stunde mit teilnehmen und aktiv gefordert werden. In den folgenden Stunden liegt der Fokus auf dem Beziehungsaufbau zum Kind und dem gegenseitigen Kennenlernen, um eine vertrauensvolle Basis für eine Therapie zu begründen. Die sogenannte „Psychoedukation“, also die Erklärung und Vermittlung der wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich der jeweiligen psychischen Erkrankung, stellt ebenfalls zu Beginn einen wichtigen Baustein dar. Dies dient dem Krankheitsverständnis, sowie dem Aufbau eines Erklärungsmodells. Je nach Problemlage werden verschiedene Methoden eingesetzt. Dabei steht immer das Dreieck Gedanken-Gefühle-Verhalten im Vordergrund.

Während des Therapiezeitraumes werden die individuellen Therapieziele überprüft und gegebenenfalls modifiziert. Eine psychotherapeutische Behandlung erfolgt meist über ca. 20 bis 45 wöchentlich stattfindende Termine hinweg, in Ausnahmefällen auch mehr. Wichtig ist, dass nach Abschluss der Therapie das Erlernte und Erreichte weiter im Alltag umgesetzt wird. Erneute Wiedervorstellungstermine sind deshalb im Verlauf oft sinnvoll. So ist ein umfassender und nachhaltiger Erfolg der Therapie möglich.

 

Beispiel Prüfungsangst

Vor allem bei emotionalen Störungen ist ein solider Beziehungsaufbau essentiell. So wird beispielsweise bei einer Prüfungsangst im Bereich Gedanken nach der kognitiven Umstrukturierung (ABC-Schema nach Ellis und Beck) gearbeitet: Zusammen wird nach Auslösern für die Angst gesucht und der bewertende Gedanke formuliert („Oh Gott, ich kann das nicht!“), der als Konsequenz Angst auslöst. Nun wird zusammen mit dem Kind, aber auch den Eltern ein alternativer, hilfreicher Gedanke entwickelt, der beim Kind Zuversicht auslösen soll (z. B. „Ich habe gelernt, ich bin ganz entspannt.“). Auf der emotionalen Ebene werden mit Hilfe von Collagen, Selbstbildnissen oder Stärkeübungen die Themen Mut und Angst visualisiert und bearbeitet. Wichtiges Ziel ist es hier, den Selbstwert des Kindes und das Gefühl für Selbstwirksamkeit zu fördern. Auf der Verhaltensebene wird konkret der Umgang mit der Situation eingeübt. Dafür eigenen sich kleine Mutproben, in denen das Kind erlebt, wie die Angst überwunden werden kann, oder das Einüben von Referaten und das Vermitteln effektiver Lernmethoden. Entspannungsverfahren, wie z. B. die Progressive Muskelrelaxation nach Jakobson oder die Kapitän-Nemo-Geschichten von Petermann spielen dabei oft eine unterstützende Rolle, um insgesamt die hohe Erregbarkeit und Nervosität zu senken und um diese Verfahren in der akuten Situation auch anwenden zu können. In der Elternarbeit liegt der Fokus darauf, die Ressourcen und Stärken des Kindes besser zu beachten, realistische Ziele zu entwickeln und den Leistungsanspruch zu senken.


ABC-Tabelle

 

Mithilfe des ABC-Schemas werden auslösende Situationen, die Bewertung dieser und die Konsequenz erkannt und bearbeitet.

 

Beispiel ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom)

Bei Kindern mit Aufmerksamkeitsproblemen gibt es verschiedene Ansatzpunkte in der Therapie. Mit dem Kind können bestimmte Basisfertigkeiten, wie genau hinschauen oder zuhören, geübt werden. Wichtig ist auch, dass die Kinder lernen, ihr Handeln zu strukturieren und zu regulieren, sodass sie beispielsweise weniger im Chaos versinken oder seltener Flüchtigkeitsfehler passieren. Mit den Eltern kann die häusliche Situation zum Vorteil aller verändert werden, z. B. indem versucht wird, die oftmals belastende Hausaufgabensituation zu entschärfen oder das sich ewig hinziehende Schlafengehen zu verkürzen. Neben der Beschäftigung mit den Problemen sollen Eltern und Kinder wieder vermehrt positive Erfahrungen miteinander teilen. Es ist bedeutsam, den Eltern zu vermitteln, dass ihr Kind trotz der bestehenden Probleme auch Stärken hat. Weiterhin muss durch eine enge Einbindung von Schule/Kindergarten und der Lehrkraft/Erzieher der Transfer in den Alltag gewährleistet werden.

 

Gruppentherapie

Das Ziel einer Gruppentherapie ist zu erleben, dass auch andere Kinder und Jugendliche oder Eltern ähnliche Probleme oder Krisen haben und man zusammen Lösungswege erarbeiten kann.

Der Aufbau der Gruppen ist ähnlich. Vier bis sechs Kinder treffen sich wöchentlich mit zwei Therapeuten und bearbeiten mit verschiedenen Übungen anstehende Probleme, finden Stärken und Ressourcen und lernen, das Besprochene im Alltag umzusetzen. In regelmäßigen Abständen finden Elterngespräche statt. Neben Psychologen sind Kunst-, Ergotherapeuten und Sozialpädagogen mit der Gruppentherapie betraut.

Hier finden Sie die im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Inn-Salzach-Rott angebotenen Gruppentherapien.

 

 


Das Team (von links nach rechts): Vorname Name 1, Vorname Name 2, Vorname Name 3, Vorname Name 4, Vorname Name 5