KJPP Psychiatrische Tagesklinik


PSYCHIATRISCHE TAGESKLINIK

Daniela Degan

DANIELA DEGAN
Oberärztin
Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Sophie Gmeiner

SOPHIE GMEINER
Assistenzärztin

ADRESSE
Vinzenz-von-Paul-Str. 14
84503 Altötting

Sekretariat
Petra Moritz

0 86 71 / 509 – 9844
0 86 71 / 509 – 975

tagesklinik@kinderzentrum.de


Psychiatrische Tagesklinik
In der psychiatrischen Tagesklinik werden Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen oder sozialen Schwierigkeiten über einen längeren Zeitraum intensiv tagsüber betreut und behandelt. Dieses intensive psychotherapeutische, durch ein multiprofessionelles Team gestaltete Angebot, richtet sich an alle Betroffenen, für die eine alleinige ambulante Behandlung nicht ausreichend erscheint.

Vorteil einer tagesklinischen Behandlung ist die intensive Arbeit an der vorliegenden Problematik durch unterschiedliche Fachkräfte, die zum Ziel hat, rasche Fortschritte zu erarbeiten und in den Alltag zu transferieren, sodass eine vollstationäre Therapie vermieden und im Anschluss ggf. eine ambulante Weiterbetreuung ermöglicht werden kann. Insbesondere die Möglichkeit, sich tagsüber intensiv mit dem seelischen Problem auseinander zu setzen und neue Sichtweisen in den Alltag zu übernehmen, bei gleichzeitigem Verbleib in den häuslichen/familiären Strukturen, ist eine sehr erfolgreiche und über viele Jahre erprobte Strategie im Umgang mit jeglichen psychischen Schwierigkeiten.

Es können alle Krankheitsbilder, die keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung beinhalten, im tagesklinischen Setting durch unser erfahrenes Team an Kinder- und Jugendspsychiatern, Psychologen, Psychotherapeuten, sowie Funktionstherapeuten behandelt werden. Über den genauen Tagesablauf bzw. das Behandlungsregime werden die Betroffenen in einem aufklärenden Gespräch im Vorlauf der Tagesklinik aufgeklärt. Die Kinder und Jugendlichen werden morgens mit einem Sammeltaxi zu uns gebracht. Es erfolgt ein strukturierter Tagesablauf mit gemeinsamen Mahlzeiten, interner Beschulung und unterschiedlichen therapeutischen Interventionen – je nach individuellem Störungsbild und Fragestellung. Nachmittags werden die Patienten wieder vom Taxi abgeholt und in die häusliche Umgebung gebracht.

Der intensive Einbezug der Familie und weiterer wichtiger Bezugspersonen, sofern notwendig und gewünscht unter Wahrung der ärztlichen/psychologischen Vertraulichkeit, wie z. B. der Herkunftssschule, Freizeiteinrichtungen, Nachmittagsbetreuung oder auch die Unterstützung der gesamten Familie durch verschiedene Ämter und Behörden gehören zum Behandlungsprogramm dazu. Ein Aufenthalt in der Tagesklinik kann eine kurze aber intensive Krisenintervention, aber auch eine längerfristige therapeutische Behandlung sein. Wichtig ist uns, sowohl die Problematik des einzelnen Betroffenen und seiner Familie zu bearbeiten und zu reduzieren, sowie eine ambulante kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung zur Stabilisierung des Erreichten zu ermöglichen.

 

Was ist eine Tagesklinik?
Die Tagesklinik ist eine teilstationäre Maßnahme der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Altötting. Wir behandeln Kinder und Jugendliche mit folgenden Schwierigkeiten im häuslichen und/oder schulischen Bereich:

  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme
  • Aggressive Verhaltensweisen
  • Schulische Lern- und Leistungsprobleme
  • Häufige Fehltage in der Schule (Schulabsentismus oder Schulverweigerung)
  • Probleme mit der Regeleinhaltung
  • Emotionale Probleme (z. B. Ängste, Depressionen, Unsicherheit, Zwang)
  • Probleme in der Sauberkeitserziehung
  • Ein- oder Durchschlafproblematik
  • Verarbeitung belastender Ereignisse oder Situationen
  • Störungen in der Eltern-Kind-Interaktion

 

Bei einer tagesklinischen Behandlung kommen die Kinder und Jugendlichen morgens auf der Station an. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstück. Im Laufe des Tages durchlaufen sie die Schule für Kranke in der Klinik und ihre individuellen Therapien. Das Mittagessen ist wieder ein wichtiger gemeinsamer Punkt. Sie fahren jeden Nachmittag wieder nach Hause.

In der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Altötting werden die Kinder und Jugendlichen mit insgesamt drei Sammeltaxis befördert, das heißt sie werden in der Früh von zuhause abgeholt und abends wieder nach Hause gebracht.

Stationen in der Tagesklinik
Die Tagesklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie in Altötting besteht aus zwei Stationen – die Kinderstation und die Jugendlichenstation mit insgesamt 16 Behandlungsplätzen.

In der Kinderstation werden Kinder von 6 bis 11 Jahren und in der Jugendlichenstation von 12 bis einschließlich 18 Jahren behandelt.

Jede Station wird von zwei PsychologInnen/PsychotherapeutInnen und drei Mitarbeitern des Pflege- und Erziehungsdienstes (Gesundheits- und Kinderkrankenschwester und ErzieherInnen) betreut.

Während einer tagesklinischen Behandlung werden die Kinder und Jugendlichen intern durch die Schule für Kranke in kleinen Klassen individuell beschult. Dort arbeiten sowohl Lehr- als auch pädagogische Hilfskräfte aus dem Antoniushaus in Marktl, eine Schule mit Förderschwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung.

 

Behandlungskonzept in der Tagesklinik
Das Behandlungskonzept basiert auf dem sogenannten multimodalen Behandlungsansatz. Somit wird jedes Kind nach individuellem Bedarf durch verschiedene Therapien unterstützt. Wir bieten:

  • Einzel- und Gruppenpsychotherapie
  • Störungsspezifische Indikationsgruppen (ADHS, Störung des Sozialverhaltens, Emotionsregulation)
  • Bio- und Neurofeedback
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie (Sport- und Bewegungstherapie)
  • Logopädie
  • Musiktherapie
  • Pädagogische Arbeit am Ton
  • Therapeutisches Klettern
  • Kommunikative Bewegungstherapie
  • Yoga
  • Aufgaben des täglichen Lebens
  • Soziales Kompetenztraining

 

Im Behandlungskonzept hat der Einbezug der Familie einen sehr hohen Stellenwert und gehört zum Behandlungsprogramm dazu. Neben der Behandlung am Kind oder Jugendlichen, bieten wir auch Unterstützung für die Eltern in schwierigen erzieherischen Fragen an, dazu gehören Elterngespräche und 14-tägig stattfindende Elterngruppen sowie Beratung durch Sozialpädagogen.

Gemeinsam mit den Patienten wird ein individueller Therapie- und Behandlungsplan erarbeitet. Im Rahmen einer wöchentlich stattfindenden Visite werden Therapiefortschritte im multiprofessionellen Team überprüft und gegebenenfalls neu festgelegt.

Je nach Störungsbild beträgt die Behandlungsdauer durchschnittlich 14 Wochen.