SPZ Montessoritherapie


FACHBEREICH MONTESSORITHERAPIE

Petra Findelsberger

PETRA FINDELSBERGER

Manuela Lainer-Riepl

MANUELA LAINER-RIEPL

Sophie Strobl

SOPHIE STROBL

ADRESSE
Vinzenz-von-Paul-Str. 14,
84503 Altötting

0 86 71 / 509 – 900
0 86 71 / 509 – 999

mail@kinderzentrum.de


Liebe Eltern, Geschwister, Pflegeeltern, Großeltern und andere vertraute Bezugspersonen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld Ihres Kindes,

Sie sind auf der Suche nach Unterstützung für Ihr Kind mit besonderen Bedürfnissen. Ihr Arzt hat Ihnen Montessori-Therapie empfohlen – eine umfassende Entwicklungsförderung, familienzentriert und ressourcenorientiert, die die Gesamtentwicklung Ihres Kindes im Blick hat.

Auf der Basis der vorliegenden Anamnese, der erstellten Diagnose von Arzt, gegebenenfalls Psychologe und unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Kindes und seiner nächsten Bezugspersonen werden gemeinsam mit uns Montessori-Therapeutinnen Therapieziele formuliert. Dabei werden, ihr Einverständnis vorausgesetzt, im interdisziplinären Gespräch mit dem sozialen Umfeld, u. a. mit Erzieher und Lehrer, Beobachtungen besprochen und in die Zielstellungen einbezogen.

Die Zusammenarbeit mit Ihnen liebe Eltern ist von uns ausdrücklich gewünscht. Ein vertrauensvolles Miteinander zeigt sich in der Wertschätzung Ihrer Elternkompetenz.

Wir wollen Sie durch genaue und differenzierte Wahrnehmung sensibilisieren für die individuellen Stärken und unterschiedlichen, unerwarteten Besonderheiten Ihres Kindes.

Als Eltern sind Sie in die therapeutischen Prozesse integriert und können interaktionsgestützt unser methodisches Vorgehen erproben und übernehmen, um einen Transfer in häuslicher Umgebung erfolgreich weiterzuführen.

Während des Behandlungszeitraums finden zusätzlich Elterngespräche ohne Kind statt, um offene inhaltliche Fragen und Erwartungen anzusprechen und zu klären, aber auch konkrete Anleitungen zu speziellen Fördermöglichkeiten zu geben.

Nach einer Einzeltherapie kann sich eine Empfehlung zur Weiterführung der Behandlung in einer Kleingruppe zur sozialen und sprachlichen Kompetenzerweiterung, u. a. als Vorbereitung auf eine mögliche Inklusion in eine größere Gruppe anschließen.

Wir unterstützen bei Bedarf und auf Wunsch durch unsere Netzwerkarbeit das Finden einer passenden Einrichtung, eines Vereins, einer Selbsthilfegruppe usw.

Uns ist besonders wichtig, dass wir sowohl offen sind für Konzepte der Integration und Inklusion, als auch für eine Sonderförderung in Sondereinrichtungen.

Gemäß dem Leitsatz der italienischen Ärztin und Reformpädagogin, Frau Dr. Maria Montessori: “Hilf mir es selbst zu tun“ ist unser Anliegen dem Kind mit erhöhtem Förderbedarf und seiner Familie durch Stärkung von übergeordneten Fähigkeiten wie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Selbstachtung, Selbstwertgefühl, Selbstverantwortung und Selbständigkeit zu mehr sozialem Ansehen zu verhelfen, um somit eine Verbesserung der Lebenssituation und Lebensqualität zu erreichen.

Wenden Sie sich bitte an unser versiertes Leitstellen-Personal. Dieses wird Ihnen die entsprechenden Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, evtl. auch per E-Mail über unsere E-Mailadresse und die weitere Vorgehensweise erläutern.

Wir sind ein Team von derzeit zwei Montessori-Therapeutinnen und arbeiten mit Kindern und Jugendlichen und deren Familien mit einem Entwicklungsalter von ca. 6 Monaten bis 18 Jahren.

 

Montessori-Therapieindikationen sind bei uns am Zentrum Kinder + Jugend Medizin Inn-Salzach-Rott in der Abteilung Sozialpädiatrie:

  • soziale Deprivation/Mangelförderung
  • psychosoziale – emotionale Auffälligkeiten
  • Auffälligkeiten im Sozial- und Arbeitsverhalten
  • Autismusspektrumsstörungen
  • Probleme in der Selbständigkeitsentwicklung
  • Sprachentwicklungsprobleme
  • Formen von Mutismus
  • Sinnesbeeinträchtigungen, z. B.: Blindheit, Taubheit
  • allgemeine Entwicklungsverzögerungen
  • Lernschwierigkeiten
  • Dyskalkulie in Form einer Teilleistungsschwäche bei Normalbegabung
  • Minderbegabung
  • genetische Besonderheiten: Syndrome wie z. B.: Asperger-, Down-, Cri-du-chat-, Turner-, Silber-Russel-, Fragiles x-, Williams-Beuren-, usw.
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Epilepsie
  • Mehrfachbehinderungen

Montessori-Therapie basiert auf den Prinzipien der Montessori-Pädagogik, aktuellen Erkenntnissen der Neurophysiologie, Neuropsychologie, Genetik, der Sozialpädiatrie und der Entwicklungsrehabilitation.

Montessori-Therapie zeichnet sich aus durch einen ganzeitlichen, stärkenorientierten Förderansatz mit wissenschaftlichen Entwicklungsmaterialien (ästhetisch hoher Aufforderungscharakter/eingebaute Fehlerkontrolle) und strukturierter Vorgehensweise in vorbereiteter Umgebung.

 

Materialbereiche sind:

  • Übungen des praktischen (täglichen) Lebens
  • Sinnesmaterial
  • Sprachmaterial
  • Mathematikmaterial
  • Kosmisches Material (Biologie – Geographie – Geschichte)

 

In der Therapie kommen neben den klassischen Montessori-Materialien zusätzlich entwickelte, adaptierte Lernmaterialien zum Einsatz. Sie sind aufgrund individueller Förderziele angepasst an die speziellen Erfordernisse des Kindes.

 

Arbeitsprinzipien der Montessori-Therapie:

  • freie und gelenkte Materialauswahl im Wechsel
  • vom Greifen zum Begreifen – systematischer Aufbau vom Konkreten zum Abstrakten
  • Handlung, Wahrnehmung, Verbalisierung und Verschriftlichung („Nahrung für den Geist“, Maria Montessori)
  • Isolation der Schwierigkeit
  • Polarisation der Aufmerksamkeit
  • Fokussierung auf das Notwendige
  • dosierte Schwierigkeitsgradsteigerung
  • Wiederholung und dadurch mehrmaliges Üben, so dass synaptische Verbindungen im Gehirn angeregt, erweitert und gefestigt werden
  • nutzen von Plastizitätsreserven im Gehirn, um hilfreiche Strukturveränderungen in Lernprozessen selbst vornehmen zu können
  • Vorbildfunktion von Therapeut – Lernen am Modell