Die Kinderkrebsgruppe "Balu"

Ursel Krieger

Seit 1979 besteht die psychosoziale Krebsnachsorge des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreisverband Altötting für an Krebs erkrankte Frauen, Männer und Kinder.

Nachdem auch Kinder an Krebs erkranken und man erkannt hatte, wie wertvoll und helfend die vom Team der Krebsnachsorge begleiteten Selbsthilfegruppen für brustamputierte Frauen und Stomaträger sind, wurde 1991 die Kinderkrebsgruppe gegründet. Chefarzt Prof. Dr. Ronald G. Schmid, der Leiter der Kinderabteilung der Kreisklinik Alt-/Neuötting, war von Anfang an der medizinische Begleiter. Der bekannte Schauspieler Otfried Fischer übernahm die Patenschaft.

Abb.: Ottfried Fischer bei einem Besuch der Kinderkrebsgruppe BALU im November 1993

0 86 71 - 50 66 - 0, unter dieser Telefonnummer des BRK-Kreisverbandes sind die vier Betreuerinnen der psycho-sozialen Krebsnachsorge erreichbar.

Abb.: v.l. Christa Kretschmar, Claudi Kastenhuber, Evelyn Käufl, Ursel Krieger

Die psychosoziale Krebsnachsorge kann zwar Krebs nicht heilen, aber sie hilft, an der schweren Krankheit nicht zu verzweifeln, sie gibt Halt, Kraft und den Mut, den Kampf gegen die Krankheit aufzunehmen durch:

  • Besuche im Krankenhaus und zu Hause
  • Gespräche mit Eltern und Geschwistern
  • Unterstützende Hilfen bei notwendigen Nachbehandlungen
  • Begleitung des Erkrankten
  • Informationen und Hilfen bei medizinischen Fragen und sozialrechtlichen Problemen mit Krankenkasse und Behörden
  • Selbsthilfegruppen

Eltern der Balu-Gruppe

Treffen jeden letzten Montag im Monat, 20.00 Uhr, im BRK-Haus, Raitenharter Straße 8, 84503 Altötting.

Junge krebskranke Menschen und ihre Angehörigen

treffen sich jeden 2. und 4. Mittwoch des Monats um 19.00 Uhr im Bürgerhaus Burghausen.

Für die krebskranken Kinder und Jugendlichen sowie ihre Geschwister und Eltern bzw. Großeltern

ergeht immer eine persönliche Einladung für die gemeinsamen Aktivitäten.

Kostenträger der Gruppe ist das Bayerische Rote Kreuz. Dazu kommen Leistungen einiger Krankenkassen sowie durch den Landkreis Altötting. Ein Großteil des Aufwands wird durch Spenden getragen. 

Die Arbeit der Betreuerinnen wird von einer Familientherapeutin und Eheberaterin sowie einem Seelsorger unterstützt. Unterstützung erfährt die psychosoziale Krebsnachsorge durch viele Menschen im Umfeld der kranken Kinder, sei es durch Lehrer, die Nachhilfe leisten, oder Nachbarn, die sich dafür einsetzen, eine für das kranke Kind und seine Familie geeignete Wohnung zu finden.

Wieder Mut zum Leben

Das ist das Ziel der psychosozialen Krebsnachsorge, und besonders bei Kindern gelingt dies fast immer.

Grundlegende Hilfen, um das Leben mit der Krankheit meistern zu können, erhalten das kranke Kind, die Eltern und die Geschwister in der Selbsthilfegruppe.

Hier lernen gerade am Anfang der Krankheit Kinder und Eltern von denen, die schon länger erkrankt sind und inzwischen gelernt haben, mit der Krankheit umzugehen. Sie sehen, dass man trotzdem Lebensfreude haben und auch wieder ganz gesund werden kann.

Gemeinsame Unternehmungen wie z. B. Begegnungswochenenden, Feste zu den Jahreszeiten, Ballonfahrten, Fahrten zum Zirkus, in die Eisrevue oder auch ein Minigolfturnier tragen ganz entscheidend zum Gesundwerden bei.

Abb.: Manchmal werden auch ganz besondere Wünsche erfüllt

Elan und Schwung bringen vor allem die gesunden Geschwister in die Gruppe. Die Kinder schließen sehr tiefe und ernste Freundschaften, der Kontakt und die Hilfe bei Problemen besteht auch außerhalb der Gruppentreffen. Das Selbstwertgefühl, das durch die Krankheit oft sehr leidet, wird in der Selbsthilfegruppe gestärkt.

Gezielte finanzielle Hilfen für betroffene Kinder und deren Familien sind ein weiteres Element der Unterstützung. Hierfür werden ebenfalls Spenden erbeten.

Abb.: Geselligkeit kranker Kinder und deren Geschwister



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